Hautschutzplan Feuerwehr: vor und nach dem Einsatz
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Hautschutzplan Feuerwehr: vor und nach dem Einsatz
Die meisten Feuerwehren denken bei Hautschutz nur an die Zeit nach dem Einsatz. Duschen, reinigen, PAK runter. Das ist die halbe Wahrheit.
Ein belastbarer Hautschutzplan Feuerwehr hat zwei Schritte: Schutz der Haut, bevor der erste Rauch kommt, und Reinigung, sobald die Gefahrenzone verlassen ist.
Wer nur den zweiten Schritt geht, lässt die Haut ungeschützt in den Einsatz und arbeitet gegen ein Problem an, das sich vorher hätte begrenzen lassen.
Dieser Beitrag zeigt, warum Hautschutz vor dem Einsatz anfängt, welche Rolle BarrierBoost Dual und pak-ex dabei spielen und wie beides an einem Waschplatz zusammenkommt.
Warum die Haut der unterschätzte Aufnahmeweg ist
Brandrauch enthält immer polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK. Mehrere davon gelten als krebserregend. Die Internationale Agentur für Krebsforschung der WHO hat den Feuerwehrdienst 2022 in ihrer Monographie 132 in die höchste Kategorie eingestuft, also als für den Menschen krebserregend. Das ist keine Panikmache, sondern der aktuelle Stand der Forschung.
Der entscheidende Punkt für den Hautschutz: PAK werden nicht nur eingeatmet, sie dringen auch über die Haut in den Körper ein. Sie sind fettlöslich und lagern sich bevorzugt dort ab, wo Rauch in die Einsatzkleidung eindringt, an Handgelenken, Hals, Hüfte und unterhalb der Knie. Der Atemschutz sichert die Atemwege, aber die Haut an diesen Übergängen bleibt exponiert. Genau hier setzt der erste Schritt des Hautschutzplans an, lange bevor gereinigt wird.
BarrierBoost Dual: Schutz vor dem Einsatz, Pflege danach
BarrierBoost Dual ist eine Hautschutz- und Hautpflegecreme der DermaPurge GmbH, die zwei Funktionen in einer Tube vereint. Vor dem Einsatz bildet sie eine Schutzschicht auf der Haut, die die Aufnahme von wasserlöslichen und wasserunlöslichen Stoffen verzögert. Wasserlöslich sind zum Beispiel Reinigungs- und Desinfektionsmittel, wasserunlöslich sind Betriebsstoffe wie Diesel und eben die PAK aus dem Brandrauch. Nach dem Einsatz, erneut aufgetragen, versorgt dieselbe Creme die beanspruchte Haut mit pflegenden Inhaltsstoffen.
Die Schutzwirkung ist nicht nur behauptet, sondern geprüft. Die Prüfung erfolgte nach der Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 401 „Gefährdung durch Hautkontakt" über den Prüfgrundsatz GS-PS-14, einen einwöchigen repetitiven Test mit Toluol als wasserunlöslicher und Sodium Dodecyl Sulfate als wasserlöslicher Modellsubstanz. Damit steht hinter dem Produkt ein anerkanntes Regelwerk des Arbeitsschutzes, kein Werbeversprechen.
Zwei Dinge gehören ehrlich dazu. Erstens die Anwendung: eine erbsengroße Menge auf die saubere, trockene Haut, rund zehn Minuten Einwirkzeit, dann Handschuhe und PSA darüber. BarrierBoost Dual ist bewusst vor dem Tragen von Schutzhandschuhen anwendbar und frei von Silikon und Parfüm, damit Atemschutzmasken weiter korrekt abdichten.
Zweitens die Grenze: Eine Anwendung schützt keinen ganzen Tag.
Mechanischer Abrieb durch Handschuhe, Schweiß und Tätigkeit trägt die Schicht ab. Bei langen Lagen gehört sie alle zwei bis vier Stunden erneuert, nach Pausen und nach jeder Handreinigung ohnehin.
pak-ex: die Reinigung nach dem Einsatz
Der zweite Schritt ist die Reinigung. Und hier reicht Wasser mit Seife nicht.
PAK sind kaum wasserlöslich, reines Abspülen entfernt sie nicht zuverlässig. Seife kann das Problem sogar verschärfen, weil Tenside und Hitze die Hautbarriere öffnen und die Aufnahme erhöhen.
pak-ex, ebenfalls aus dem Hause DermaPurge, löst das physikalisch statt chemisch. Das Produkt bindet die PAK an Tonmineralien, konkret Kaolin und Bentonit, und trägt sie beim Abspülen mit kaltem Wasser von der Haut.
Nach Herstellerangabe entfernt pak-ex mehr als 96 Prozent der PAK von der Haut. Die unabhängige Studie von Keir et al. (2023) weist mehr als 56 Prozent Restmenge bei herkömmlicher Seife und mehr als 77 Prozent bei Reinigungstüchern nach. Das Produkt ist von dermatest mit „sehr gut" bewertet und trägt den vfdb Excellence Award 2023. Angewendet wird mit kaltem Wasser, maximal 32 °C, an denselben vier Übergangsbereichen, an denen sich die PAK sammeln.
Der Hautschutzplan in einem Satz
Vor dem Einsatz BarrierBoost Dual, nach dem Einsatz pak-ex. So kurz lässt sich der Kern zusammenfassen. Beides sind Kosmetika nach EU-Verordnung (EG) Nr. 1223/2009, also keine Gefahrstoffe, ohne Signalwort und Piktogramm, und beide sind Made in Germany, entwickelt in Anbindung an das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden.
Der Plan endet nicht zwingend bei der Haut. Wer ihn weiterdenkt, ergänzt die Lederstiefel, die über den ganzen Einsatz im kontaminierten Bereich stehen und PAK zurück ins Fahrzeug tragen. Dafür gibt es mit sootX eine eigene Dekontaminationscreme, die nach Herstellerangabe mehr als 94 Prozent der PAK vom Leder entfernt. Fachlich sauber eingeordnet: Hautschutz und Hautreinigung sind die Schützende Nachsorge, das N im STOPN-Prinzip. Sie greifen nach dem Verlassen der Gefahrenzone und ergänzen Atemschutz, PSA und die Schwarz-Weiß-Trennung, sie ersetzen keinen dieser Bausteine.
Das Hautschutz-Set: der Plan an der Wand
Ein Plan wirkt nur, wenn er im Wachalltag hält. Genau dafür gibt es das Hautschutz-Set, das die zwei Schritte an einem festen Waschplatz zusammenführt. Enthalten sind zwei EURO-Pumpspendersysteme für die Wandmontage, robustes Aluminiumgehäuse mit Edelstahl-Ansaugrohr, dazu je eine 500-Milliliter-Füllung BarrierBoost Dual und pak-ex. Ein Spender links für den Schutz vor dem Einsatz, ein Spender rechts für die Reinigung danach. Kein Suchen nach Tuben, keine Prozessänderung, die Anwendung sitzt dort, wo die Mannschaft ohnehin wäscht.
Der praktische Vorteil liegt in der niedrigen Einführungshürde. Die Lagerung ist unkompliziert, und der Plan lässt sich in einem Satz schulen. Für Wehren ohne feste Dusche gibt es dieselben Produkte auch als persönliche Zuteilung in kleineren Gebinden, sodass der Schutz auch dann greift, wenn die Volldusche erst zu Hause folgt. Welche Konfiguration passt, hängt von eurer Infrastruktur ab, vom einzelnen Hygieneboard bis zum Duschanhänger.
Kurzfassung und nächster Schritt
Hautschutz ist zwei Schritte, nicht einer. BarrierBoost Dual schützt die Haut vor dem Einsatz mit einer nach TRGS 401 geprüften Schutzschicht und pflegt sie danach. pak-ex entfernt nach dem Einsatz nach Herstellerangabe mehr als 96 Prozent der PAK, ohne die Hautbarriere anzugreifen. Das Hautschutz-Set bringt beide Schritte an einen festen Waschplatz und macht den Plan alltagstauglich. Keiner dieser Bausteine ersetzt PSA oder Atemschutz, alle senken die Belastung im Sinne des Minimierungsgebots.
Willst du wissen, welche Konfiguration zu deiner Feuerwehr passt, von der persönlichen Zuteilung bis zur festen Hygienestation?
Ruf mich gerne an, wir stellen den passenden Hautschutzplan zusammen.